Tonsillektomie

Patienteninformation Tonsillektomie
(Gaumenmandelentfernung)

Sehr geehrter Patient, liebe Eltern!

Die Behandlung zu der wir Ihnen raten, bedarf Ihrer Einwilligung. Damit Sie sich entscheiden können, unterrichten wir Sie in diesem Merkblatt:

- über die Erkrankung
- über die Operationsverfahren
- über die möglichen Komplikationen
- über die Erfolgsaussichten
- über Verhaltensregeln nach der Operation


Die Erkrankung
Akute Mandelentzündungen, Mandelabszesse mit ihren Komplikationen und chronische Mandelentzündungen, die zum Teil schleichend, also schwer bemerkbar, verlaufen, belasten den Körper durch örtliche Beschwerden und allgemeine Schwächung. Sie können auch eine Reihe schwerwiegender Fernerkrankungen auslösen (z.B. Gelenkrheuma, Herzklappenentzündungen, Nierenentzündung). Die Mandeln sollten dann entfernt werden. Anders ist die Ausheilung kaum möglich. Die Entfernung der Mandeln kann auch wegen einer extremen Vergrößerung des Mandelgewebes mit Behinderung der Atmung und des Schluckaktes sowie wegen Mundgeruch infolge chronischer Mandelverbreiterung (ausgeprägte Mandelsteinbildung) notwendig werden.


Operationsverfahren
Die Mandelentfernung geschieht durch den Mund und in Vollnarkose. Die Mandeln werden entlang ihrer Kapsel ausgeschält .Dies geschieht mit speziellen Instrumenten, Blutungen während der Operation werden bei den klassischen Verfahren entweder mit resorbierbaren Nahtmaterial genäht oder elektrisch verschorft. Wir bieten ein modernes schonendes hochfrequenzchirurgisches Operationsverfahren (Coblationstonsillektomie, s. separates Merkblatt ) an, welches vergleichbar gute Ergebnisse wie laserchirurgische Operationsverfahren erzielt, jedoch im Gegensatz zum Laser gefahrlos für den Patienten in Vollnarkose eingesetzt werden kann. Eine Wundnaht wie sie zum Beispiel bei Bauch- oder Hautoperationen durchgeführt wird, ist nicht möglich, so dass die anschließende Wundheilung offen erfolgt. Hierdurch bildet sich ein weißlich gelblicher Fibrinschorf, der sich nach ein bis zwei Wochen ablöst, während sich hierunter neue Schleimhaut bildet und so die Wunde heilt.

Vorraussetzungen:
Um das Risiko einer Nachblutung zu verringern, sollten Sie 1 Woche vor der Operation keine Aspirinhaltigen Medikamente einnehmen.

Mögliche Komplikationen:
Eine absolute Erfolgsgarantie kann kein Arzt für seine Behandlung geben. Die allgemeinen Gefahren operativer Eingriffe, z.B. Infektion, Thrombosen, Embolien und Überempfindlichkeitsreaktionen sind bei Mandelentfernungen aber vergleichsweise gering. Die sind dank der Fortschritte der Medizin heute auch erheblich besser zu behandeln als früher.

Bei den typischen Risiken steht die Gefahr der Nachblutung im Vordergrund. Diese Gefahr dauert besonders in den ersten Tagen nach der Operation an und lässt sich auch durch exakte intraoperative Blutstillung nicht gänzlich vermeiden. Meist sind solche Nachblutungen mit einfachen Mitteln zu behandeln, nur in Einzelfällen erfordern sie eine nochmalige operative Blutstillung. Da stärkere Blutverluste mit Gefahren verbunden sind und das Blut unter ungünstigen Umständen in die Atemwege gelangen kann, ist bei Auftreten von Blutungen sofort die Schwester oder der Arzt zu verständigen.

Extrem seltene und in der Regel vorübergehende Störungen nach Mandeloperationen sind Beeinträchtigungen:

- des Schluckens
- des Geschmackes
- der Sprache (nasaler Beiklang)
- des Kiefergelenkes

Ganz selten kann es auch beim Einführen des Spatels zu Zahnverletzungen kommen.


Erfolgsaussichten:
Durch die Entfernung lassen sich die Mandeln als Ursache wiederkehrender Entzündungen oder chronischer Eiterherde im Körper ausschalten. Ausfälle im System der körpereigenen Abwehr, dem die Mandeln dienen, sind nicht zu erwarten, da der Körper noch über andere Organe des Abwehrsystems mit ausreichendem Umfang verfügt. Darüber hinaus ist in erkrankten Mandeln eine normale Abwehrfunktion nicht mehr gegeben.


Verhaltensregeln nach der Operation:
Nach der Narkose muss zunächst eine sechsstündige Nüchternheitsphase eingehalten werden, da die Schluckreflexe noch eingeschränkt sein können. Anschließend kann Tee oder stilles Mineralwasser von Zimmertemperatur getrunken werden. Bereits am nächsten Tag sollte wieder weiche Nahrung (z.B. passierte Kost) gegessen werden. Je früher wieder die Nahrungsaufnahme normalisiert wird, desto besser kommt die Wundheilung in Gang. Um dies zu fördern wird regelmäßig ein Schmerzmittel, ca. ½ Stunde vor den Mahlzeiten, verabreicht. Sollten Sie mit diesem Schmerzmittel nicht ausreichend schmerzfrei werden, bitte ich dies der Schwester oder dem Arzt bei Visite mitzuteilen , damit ausreichend starke Schmerzmittel zusätzlich verabreicht werden. Nach dem Essen sollten Sie den Mundrachenraum entweder mit Kamillentee oder mit einer milden Desinfektionslösung umspülen. Weitere Manipulationen im Wundbereich, z.B. mit der Zahnbürste, sollten unterbleiben. Vorsichtiges Zähneputzen ist jedoch ohne Problem möglich.
Um den Speichelfluss zu fördern, da er desinfizierend und wundheilungsfördernd wirkt, sollten Sie zwischen den Mahlzeiten häufig Kaugummi kauen. Beim weiteren Kostaufbau ist zu beachten, dass die Speisen möglichst wenig gewürzt sind und dass säurehaltige Zutaten, wie z.B. Essig und Zitrone, höchst sparsam oder möglichst gar nicht verwendet werden. Auch sollte frisches Obst oder frische Fruchtsäfte wegen der enthaltenen Fruchtsäure in der Anfangszeit gemieden werden. Bei Entlassung aus der stationären Behandlung sollten Sie sich noch mindestens für 10-14 Tage körperlich schonen und insbesondere keinen Sport treiben oder schwere Lasten heben. Des Weiteren sollten Sie sich nicht stärkerer Sonneneinstrahlung aussetzen. In diesem Zeitraum sollten auch längere Fahrten fernab vom Heimatort vermieden werden, damit Sie im Falle einer Nachblutung umgehend binnen einer Frist von 30 Minuten im nächstgelegenen Krankenhaus mit einem autorisierten HNO-Arzt (diensthabender HNO ist über die Leitstelle des DRK Telefon 01805/19292430 zu erfahren) versorgt werden können.

 
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